Das Henriette-von-Oranien-Denkmal erinnert an den Übergang der Grafschaft Moers von den Oraniern an Brandenburg-Preußen im Jahre 1702. Die Frau des Kurfürsten ist wichtig für Moers, auch wenn sie nie hier lebte. Von Christian Schroeder

Eine "echte" Moerserin war sie nie. Sie hat nicht einmal hier gewohnt. Dennoch ist Henriette von Oranien für Moers von großer Bedeutung. Henriette ist der alten Grafenstadt in Form eines Denkmals erhalten geblieben. Es steht vor dem Moerser Schloss. 1904 hat der Künstler Heinrich Baucke es geschaffen. Das Denkmal erinnert an den Übergang der Grafschaft Moers von den Oraniern an Brandenburg-Preußen im Jahre 1702.

Davor gehörte Moers zu Holland, zu den Oraniern. In dieser Zeit wurden etliche Besitztümer innerhalb der Oranierfamilie übertragen und vererbt. Henriette als Oranierin wurde Besitzerin der Grafschaft Moers und somit auch Eigentümerin des Schlosses. Später heiratete sie den Großen Kurfürsten.

Damit gingen die Oranier-Familie mit den Preußen eine Verbindung ein. Moers ging in den Besitz der preußischen Nachfahren Henriettes über. Ein Paar Worte zur Person Louise Henriettes: Sie wurde am 27. November 1627 als Prinzessin von Nassau-Oranien in Den Haag (s' Gravenhage) geboren.

Ihr Vater war Prinz Friedrich Heinrich von Oranien (1584-1647), Statthalter der Vereinigten Niederlande. Ihre Mutter war Amalie von Solms-Braunfels (1602-1675). Henriette wurde streng calvinistisch erzogen. Um 1640 herum muss es passiert sein: Das Mädchen, mittlerweile ein Teenager, verliebte sich in ihren sieben Jahre älteren Cousin Henri Charles de Trémouille. Aber ihre Eltern hatten einen anderen Gatten für sie ins Auge gefasst: den Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm. Der wiederum hatte die kindliche Henriette bei einem Aufenthalt bei den Oraniern kennengelernt. Die meiste Zeit verbrachte Henriette fortan im Berliner Umland.

Oft waren sie und der Große Kurfürst aber auch im Bereich Niederrhein/Niederlande zu Gast. 1652 wurde der Ort Bötzow bei Berlin, den Henriette lieb gewonnen hatte, in Oranienburg umgetauft. Henriette ließ dort einen Landsitz nach niederländischen Vorbildern errichten. Die meiste Zeit ihres Lebens verbrachte sie nun dort. Sie stiftete 1965 in Oranienburg ein Waisenhaus. Zwei Jahre später, am 18. Juni 1667, starb Henriette im Alter von nur 39 Jahren. Sie hinterließ – neben ihrem Mann, einen Sohn, Prinz Friedrich. Fünf Kinder waren dem Paar gestorben.

Quelle: RP/rl / 11.10.2011